Meldepflicht gem. Infektionsschutzgesetz

Vorbeugung, frühzeitige Erkennung und Verhinderung der Weiterverbreitung von übertragbaren Krankheiten

Das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz - IfSG) hat nach § 1 den Zweck, „übertragbaren Krankheiten beim Menschen vorzubeugen, Infektionen frühzeitig zu erkennen und ihre Weiterverbreitung zu verhindern”.

Eine Übersicht über wichtige Teilaspekte haben wir für Sie hier zusammengestellt. Diese ersetzt jedoch nicht den zugrunde liegenden Gesetzestext, der in den entsprechenden Organen (insbesondere Bundesgesetzblatt, Bundesanzeiger) veröffentlicht wurde. 

Im Rahmen der Umsetzung des IfSG kommt dem Robert-Koch-Institut in Berlin eine besondere Bedeutung zu. Hier sind auch weitergehende Informationen im Hinblick auf das Infektionsschutzgesetz verfügbar (hier klicken). Ebenfalls erhalten Sie auch hier aktuelle Informationen über die Falldefinitionen, die durch die Gesundheitsbehörden der Länder per Länderverordnung ausgeweitet werden können.

Zuletzt geändert durch Artikel 1 des „Gesetzes zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten” vom 17. Juli 2017.

Weitere Meldepflicht-Regelungen

Namentliche Meldung des Nachweises von Krankheitserregern (§ 7 IfSG)

Meldung innerhalb von 24 Stunden nach Kenntnis erforderlich (siehe auch §§ 8-11 IfSG)

Namentliche Meldung des direkten oder indirekten Nachweises von Krankheitserregern bei Hinweis auf eine akute Infektion bei:

  • 1. Adenoviren (nur direkter Erregernachweis im Konjunktivalabstrich)
  • 2. Bacillus anthracis
  • 3. Bordetella pertussis, Bordetella parapertussis
  • 4. Borrelia recurrentis
  • 5. Brucella species
  • 6. Campylobacter species (darmpathogen)
  • 7. Chlamydia psittaci
  • 8. Clostridium botulinum oder Toxinnachweis
  • 9. Corynebacterium spp., Toxin bildend
  • 10. Coxiella burnettii
  • 11. humanpathogene Cryptosporidium sp.
  • 12. Ebolavirus
  • 13. a) Escherichia coli, enterohämorrhagische Stämme (EHEC)
    b) Escherichia coli, sonstige darmpathogene Stämme
  • 14. Francisella tularensis
  • 15. FSME-Virus
  • 16. Gelbfiebervirus
  • 17. Giardia lamblia
  • 18. Haemophilus influenzae (nur direkter Nachweis aus Liquor und Blut)
  • 19. Hantaviren
  • 20. Hepatitis A-Virus
  • 21. Hepatitis B-Virus; Meldepflicht für alle Nachweise
  • 22. Hepatitis C-Virus; Meldepflicht für alle Nachweise
  • 23. Hepatitis D-Virus; Meldepflicht für alle Nachweise
  • 24. Hepatitis E-Virus
  • 25. Influenzaviren (nur direkter Nachweis)
  • 26. Lassavirus
  • 27. Legionalla species
  • 28. humanpathogene Leptospira sp.
  • 29. Listeria monocytogenes (nur direkter Nachweis aus Liquor, Blut und normalerweise sterilen Substraten, Abstrichen von Neugeborenen)
  • 30. Marburgvirus
  • 31. Masernvirus
  • 32. Mumpsvirus
  • 33. Mycobacterium leprae
  • 34. Mycobacterium tuberculosis/africanum, bovis (direkter Erregernachweis, Ergebnis der Resistenzbestimmung sowie vorab Nachweis säurefester Stäbchen im Sputum)
  • 35. Neisseria meningitidis (direkter Nachweis aus Liquor, Blut, hämorrhagischen Hautinfiltraten und normalerweise sterilen Substraten)
  • 36. Norovirus
  • 37. Poliovirus
  • 38. Rabiesvirus
  • 39. Rickettsia prowazekii
  • 40. Rotavirus
  • 41. Rubellavirus
  • 42. Salmonella paratyphi; Meldepflicht für alle direkten Nachweise
  • 43. Salmonella typhi; Meldepflicht für alle direkten Nachweise
  • 44. Salmonella, sonstige
  • 45. Shigella species
  • 46. Trichinella spiralis
  • 47. Varizella-Zoster-Virus
  • 48. Vibrio cholerae O 1 und O 139
  • 49. Yersinia pestis
  • 50. Yersinia spp., darmpathogen
  • 51. andere Erreger hämorrhagisches Fieber

seit 1.5.2016:

  • - direkter oder indirekter Nachweis von Chikungunya-Virus, Dengue-Virus, West-Nil-Virus, Zika-Virus und sonstigen Arboviren, soweit der Nachweis auf eine akute Infektion hinweist.
  • - direkter Nachweis folgender Krankheitserreger:
    1. Staphylococcus aureus, Methicillin-resistente Stämme (MRSA); Meldepflicht für den Nachweis aus Blut oder Liquor,
    2. Enterobacteriaceae mit Carbapenem-Nichtempfindlichkeit oder bei Nachweis einer Carbapenemase-Determinante, mit Ausnahme der isolierten Nichtempfindlichkeit gegenüber Imipenem bei Proteus spp., Morganella spp., Providencia spp. und Serratia marcescens; Meldepflicht bei Infektion oder Kolonisation,
    3. Acinetobacter spp. mit Carbapenem-Nichtempfindlichkeit oder bei Nachweis einer Carbapenemase-Determinante; Meldepflicht bei Infektion oder Kolonisation.

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