Infektionsdiagnostik

Informationen zur Diagnostik des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2)

Am 31.12.2019 haben die Behörden in China (Wuhan, Provinz Hubei) eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache gemeldet. Nach Angaben der WHO wurde ein neuartiges Coronavirus als Ursache der Erkrankung identifiziert. Das Virus gehört wie das SARS-Virus zu den Beta-Coronaviren.

Die erforderlichen Maßnahmen werden kontinuierlich an den Stand der Kenntnisse angepasst. Die aktuellen Informationen finden Sie auf der Homepage des RKI.

Indikation

Eine spezifische Untersuchung auf Erkrankung durch SARS-CoV-2 muss durchgeführt werden bei Patienten mit:

  • klinischem oder radiologischem Hinweis auf eine akute Infektion der unteren Atemwege UND Aufenthalt im Risikogebiet bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn,
  • akuter respiratorischer Symptomatik von beliebiger Schwere UND Kontakt zu einem bestätigten oder wahrscheinlichen Covid-19-Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn.

Hinweise zur Diagnostik

Die labordiagnostische Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit dem SARS-CoV-2 erfolgt mittels eines PCR-Nachweissystems.

Probenmaterial

Wenn möglich, sollten Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden.

Tiefe Atemwege:

  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert)
  • Trachealsekret

Obere Atemwege

  • Nasopharynx-Abstrich, -Spülung oder -Aspirat
  • Oropharynx-Abstrich

Das Material aus den tiefen Atemwegen kann nativ in einem sterilen Transportbehälter versendet werden. Bei Abstrichen ist zu beachten, dass trockene Tupfer (KEIN Gel) oder E-Swab-Abstrichtupfer benutzt werden. Werden Oro- und Nasopharynx abgestrichen, sollten die Tupfer in einem Röhrchen mit der Probe der tiefen Atemwege vereinigt werden, um die Viruslast zu erhöhen. Die alleinige Testung von Probenmaterial aus dem Oro- und Nasopharynx ist zum Ausschluss einer Infektion nicht geeignet.

Proben von Verdachtsfällen müssen im Labor angemeldet werden.
Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich nach Entnahme erreichen und bis zur Abholung gekühlt werden. Der Versand sollte nur nach Absprache mit dem untersuchenden Labor erfolgen.

Erregernachweis

Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht vollständig aus. Falsch-negative Ergebnisse können z. B. aufgrund schlechter Probenqualität, unsachgemäßem Transport, ungünstigem Zeitpunkt der Probenentnahme oder anderen Gründen (z. B. Virusmutation) nicht ausgeschlossen werden. Wenn ein Patient mit starkem Verdacht auf SARS-CoV-2-Infektion in der initialen PCR negativ getestet wird, sollte mit dem Labor eine erneute Probenentnahme und –untersuchung abgesprochen werden. Die vom Patienten gewonnenen Proben werden vom Labor asserviert, um im Zweifelsfall weitere Untersuchungen zu ermöglichen.

Antikörpernachweise sind bisher nicht beschrieben, jedoch können Sie eine Serumprobe in der Akutphase einsenden, die wir asservieren, um eine Serokonversion für SARS-CoV-2 mittels Paarung mit Konvaleszentenserum später zu überprüfen sobald serologische Teste verfügbar werden.

Die vorliegenden Informationen beruhen im Wesentlichen auf den Veröffentlichungen des RKI.

Abrechnung

Seit dem 01. Februar 2020 ist der Nukleinsäurenachweis auf SARS-CoV-2 als GKV-Leistung abrechnungsfähig. Die neue EBM-Ziffer 32816 wurde zudem in die Ausnahmekennziffer 32006 („Erkrankungen mit gesetzlicher Meldepflicht“) aufgenommen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns gerne:
infektionsdiagnostik@limbachgruppe.com

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Aktuelles

Nachlese zur Fortbildung „Das Mikrobiom-Update 2020” 03.02.2020

(29. Januar 2020, Maritim Pro Arte)
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